„Nach Lampedusa auf der Suche nach einer Welt ohne Krieg“

Kurz vor der Bundestagswahl 2017 hat daher auch das Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium Germersheim einen beeindruckenden Diskussionsbeitrag geleistet, um die Situation von Millionen Menschen aus Syrien, Eritrea, Libyen und vielen weiteren unsicheren Staaten zu verdeutlichen: Am 21. September luden Studiendirektorin Julia Hampl und Studienrat Dr. Thomas Basten zusammen mit ihren Projektmitgliedern die Schulgemeinschaft und viele weitere Interessierte zu der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ mit Musik und Fotos ein, um ihnen das Schicksal der Geflüchteten näherzubringen.

Verena Mendel aus der Jahrgangsstufe 13, Anna Bentz und Aicha Akermi (MSS 12) sowie die Elftklässlerinnen Ama Al-Surabi und Sabrina Eckart überzeugten hierbei mit ergreifend gesprochenen Texten, die Antonio Umberto Riccò, ein italienischer Schulleiter, in zahlreichen Interviews auf der Mittelmeerinsel Lampedusa zusammengetragen hatte. Vor zahlreich erschienenen Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern wurden in der etwa einstündigen Lesung die Stimmen von Geflüchteten und Amtsträgern sowie Ersthelferinnen und Ersthelfern zu Gehör gebracht. Dargestellt wurden somit Einzelschicksale, die sinnbildlich für viele stehen.

Die Wortbeiträge der fünf Leserinnen wechselten sich mit Musikbeiträgen des italienischen Künstlers Francesco Impastato sowie mit Impressionen von der Insel Lampedusa ab, welche sowohl die schöne Landschaft als auch Geflüchtete zeigen, die nach der Überfahrt aus Nordafrika entweder glücklich oder vom Schicksal ergriffen wirken. Verantwortlich für die Technik war Ons Tribel (MSS 11).

Im Mittelpunkt der Lesung, welche in der Projektwoche des Goethe-Gymnasiums im Juni 2017 vorbereitet wurde, stand das Kentern eines Bootes im Oktober 2013, wobei mehr als 500 Menschen kurz vor der italienischen Insel den Tod fanden, obwohl die ortsansässige Bevölkerung alle Hebel in Bewegung setzte, um den in Not geratenen Geflüchteten zu helfen.

Das sich anschließende offene Gespräch moderierte Schulelternbeiratsmitglied Ziya Yüksel, der unterstrich, dass es dem SEB wichtig sei, den Blick auf die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, zumal die Zahl der Todesopfer nochmals dramatisch gestiegen sei. Allein 2016 seien es über 5000 Menschen gewesen, die im Mittelmeer starben. Die spanische Studentin Xenia empfahl die studentische Initiative „Crossborders“, welche für alle Bedürftigen in Germersheim Deutschkurse anbietet.

Matthias Becky, der Vorsitzende des Vereins Interkultur Germersheim, Organisator des Café One World und des Arbeitskreises Asyl, warb dafür, die Eindrücke des Abends in seiner Begegnungsstätte zu vertiefen. Becky, an dessen Organisationen die Spenden der Veranstaltung gingen, forderte den Aufenthaltsstatus für alle Geflüchteten so schnell wie möglich zu klären. Eine fehlende Bleibeperspektive durch den subsidiären Schutz sei sehr belastend.

In einer kurzen Schlussansprache dankte Dr. Thomas Basten allen Mitgliedern des Lampedusa-Projektes für den interessanten und informationsreichen Abend.

Dirk Wippert

 

 

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