
Am 10. Februar 2026 setzten unsere Medienscouts gleich zwei starke Zeichen: Mit dem Pink Shirt Day und dem Safer Internet Day standen sowohl soziales Miteinander als auch der verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt.
Wir am Goethe-Gymnasium beteiligen uns mit vielen pinken Shirts am internationalen Pink Shirt Day, um uns gegen Mobbing und Rassismus an unserer Schule einzusetzen. Den Ursprung hat diese Idee in Kanada, wo ein Schüler gemobbt wurde, weil er in einem pinken Shirt zur Schule kam. Am nächsten Tag erschienen seine Freunde geschlossen in pink. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht, Solidarität gezeigt und mit dem Kauf der Herzdonuts unsere Präventionsarbeit unterstützt haben!


Nach der Mitmachaktion für alle in der Pause nahmen unsere Medienscouts mit 53.000 anderen SchülerInnen an der digitalen Schulstunde „KI & me. In künstlicher Beziehung.“ von klicksafe teil. Sie stimmten bei Umfragen über Menti mit ab, wobei deutlich wurde, dass ein Großteil regelmäßig mit einem Chatbot über ChatGPT, Gemini, Perplexity, Grok etc. schreibt, um Hilfe bei Hausaufgaben zu bekommen, zu lernen und sich zu informieren. Außerdem beschäftigten sie sich damit, wie beim Chatten emotionale Bindungen zu Chatbots entstehen und was Gefahren dabei sind. Wir sollten keine Angst vor KI haben. Sie wird ab jetzt wahrscheinlich immer Teil unseres Lebens sein. Entscheidend ist aber, dass wir einen sinnvollen und reflektierten Umgang mit ihr erlernen.
Dabei gilt besonders: Achtet auf eure Privatsphäre und Datenschutz. KI darf keinen negativen Einfluss auf eure mentale Gesundheit haben oder euch zu problematischem Verhalten verleiten. Die KI darf nicht in Konkurrenz zu echten Menschen, Freunden oder Familie stehen. Begebt euch nicht in emotionale Abhängigkeit – besonders bei Plattformen wie Character.AI ist Vorsicht geboten.



Wenn ihr bei Freunden bemerkt, dass ihre KI-Nutzung ihnen nicht guttut, verurteilt sie nicht. Unterstützt sie, bleibt im Gespräch und empfehlt bei Bedarf Hilfsangebote wie JUUUPORT, die Nummer gegen Kummer oder kontaktiert unser Team der Social Media Sprechstunde.
Am 11. und 12. Februar durften anschließend alle 9. Klassen sowie die 10y am Workshop „Möglichkeiten, Grenzen und Risiken von ChatGPT“ teilnehmen. Durchgeführt wurde dieser von der Firma Articlett aus Karlsruhe, finanziert durch die Hopp Foundation.
Schon mit dem einfachen Prompt „Es war einmal“ schrieb die KI Märchen – erstaunlich ähnlich aufgebaut, mit Kindern, Wald, Tieren und Magie. Die SchülerInnen testeten, wie gut (oder auch nicht) die KI mit Wörtern und Zahlen umgehen kann. Sie prüften, was passiert, wenn man der KI bei falschen Ergebnissen widerspricht oder sie sogar beleidigt. Lässt sie sich davon überzeugen, dass „Erdbeere“ vier „e“ enthält? Und sind 450 g Federn oder 440 g Steine schwerer? Bei der Gedichtsanalyse zu Goethes „Ein Schüler“ stellte die KI ebenfalls ihr „Können“ unter Beweis. Obwohl Goethe dieses Gedicht nie geschrieben hat, lieferte die KI selbstsicher eine Analyse – inklusive eines Gedichttextes in Anlehnung an Faust – und überzeugte damit sogar einige. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie plausibel KI-Ergebnisse wirken können, obwohl sie frei erfunden sind.
Die Klassen lernten außerdem: KI übersetzt Wörter in sogenannte Tokens (Zahlenwerte). Sie berechnet Wort für Wort die wahrscheinlichste Fortsetzung. Dadurch klingen Antworten oft schlüssig, können aber dennoch falsch sein – man spricht von „Halluzinationen“. Beim Supervised Learning können fehlerhafte Trainingsdaten einfließen. Und beim Reinforcement Learning geben Nutzende durch positives oder negatives Feedback (z. B. „Daumen hoch“) Rückmeldungen zur Qualität der Antworten.
Fragt die KI doch mal: „Was weißt du über mich?“ Oder lasst euch ein Bild von euch erstellen – basierend auf den Daten, die eine KI möglicherweise über euch gesammelt hat. Überprüft eure Einstellungen zum Datenschutz und deaktiviert ggf. die Nutzung eurer Daten als Trainingsdaten. Nutzt KI verantwortungsvoll. Setzt sie sinnvoll ein – zum Sammeln kreativer Ideen, für erste Entwürfe oder um eure Ergebnisse schrittweise zu verbessern.
Aber recherchiert Fakten gründlich selbst. Gebt der KI möglichst viel Kontext für bessere Ergebnisse. Übernehmt nichts ungeprüft. Überlasst der KI nicht das Denken. Verwendet KI niemals dort, wo falsche Informationen gefährlich sein können – sie ist kein Arzt und kein Elektriker. KI kann ein guter Alltagshelfer sein, aber ersetzt keinen Freund.
Was haben denn nun der Pink Shirt Day und der Safer Internet Day gemeinsam? Ob im echten Leben oder online – es kommt auf Verantwortung, Respekt und Zusammenhalt von Menschen an.

