„Greta!“, ruft Kim, lächelt und geht auf sie zu. Greta lässt den großen Koffer stehen und die beiden umarmen sich. Dordrecht, Bahnhof, Nachmittagssonne, 30 Grad. Um Greta und Kim herum fallen sich Jugendliche in die Arme: 16, manche schon 17 Jahre alt. Sogleich der Wechsel ins Englische: „How are you?“ Die Pläne für den ersten Abend sind schnell gemacht: Essen gehen in der großen Runde, Zeit genießen, miteinander reden, die anderen noch besser kennenlernen.

Ein schöneres Willkommen in der niederländischen Inselstadt konnte es am 25. Mai 2026 nicht geben: Germersheim zu Gast bei Freundinnen und Freunden! Eine andere Beschreibung kann es für das Wiedersehen nicht geben. Nach dem Aufenthalt der Schülerinnen und Schüler aus Südholland am Goethe-Gymnasium im November 2025 stellte sich der Rückbesuch in der 120.000-Einwohner-Stadt als eine Woche heraus, an die die pfälzischen Schülerinnen und Schüler noch lange zurückdenken werden: geniales Wetter, ein äußerst abwechslungsreiches Programm zwischen Spaß und Wissen und die Festigung der Englischkenntnisse, mit denen die deutsch-niederländischen Sprachbarrieren überwunden wurden.

Auf Initiative von Greta Hahn (MSS 11) ergriff das Goethe-Gymnasium die Gelegenheit die Freundschaft mit Kim zu einem Austausch über das Erasmus-Plus-Programm der Europäischen Union auszubauen – doch nicht nur das: Neben dem GGG und dem Insula College Dordrecht war auch die kroatische Gospodarska škola Varaždin dabei und ermöglichte ein trinationales Treffen, das unter dem Motto „Green Transition“ Wege eröffnen sollte, ein umwelt- und klimabewussteres Leben im europäischen Maßstab anzustreben und hierfür Ideen zu entwickeln. Dies sollte sowohl im Klassensaal geschehen als auch durch zahlreiche Outdooraktivitäten, die als Inspiration für die Weiterentwicklung der anzufertigenden Präsentationen am Ende der Woche dienen sollten.





Herausragendes Anschauungsmaterial bot hierfür ein Besuch an der Universität Delft, welche einen einstündigen geführten Rundgang durch ihr Green Village bot: Die konsequente Nutzung von Solarpanelen, die Begrünung von Dächern oder die Kühlung von Gebäuden waren nur einige der Denkanstöße, die angesprochen wurden und bereits in vielen Pilotprojekten einiger Städte in einem Ausmaß umgesetzt werden, die die Initiative von Privathaushalten deutlich übersteigt.






Eine ganztägige Fahrt in die belgische Hauptstadt Brüssel beinhaltete neben dem Besuch des Parlamentariums mit der eindrucksvollen Geschichte des europäischen Einigungsprozesses auch ein Planspiel in den Räumen des EU-Parlaments, in dem alle Schülerinnen und Schüler als europäische Politikerinnen und Politiker eine eigene Aufgabe zugewiesen bekamen. Als Teil der konservativen, liberalen, sozialen oder ökologischen Fraktion mussten sie zuhören, diskutieren und entscheiden, um Umwelt- und Klimaprobleme zu lösen. Hierbei erfuhren sie, dass nicht alle Antworten einfach und ohne Folgeprobleme zum Ziel führen, sondern dass es im politischen Prozess Kompromisse geben muss, die manchmal hart mitzutragen sind – ganz ähnlich wie in der echten Politik.








Einen völlig anderen Einblick erhielten die 16- und 17-Jährigen auf einem Bauernhof, der sich der ökologischen Landwirtschaft und Viehzucht verschrieben hat: Bienenzucht und das Melken von Pferden standen hier im Fokus.


Die Besuche in Delft und Brüssel boten den Schülerinnen und Schülern zudem die Möglichkeit auch die Hauptsehenswürdigkeiten der Städte zu erkunden und Zeit mit ihren Freundinnen und Freunden zu verbringen. Die Abende verbrachten sie in ihren Gastfamilien oder in großen Runden mit allen Austauschschülerinnen und -schülern. Verbindend wirkte auch das gemeinsame Klettern im Klimbos Dordrecht.


Auf dem Rückweg nutzten die neun Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums die Gelegenheit und schauten sich während der Wartezeit zwischen zwei Zugverbindungen zusätzlich die viertgrößte Stadt der Niederlande an: Die Viebrug in Utrecht über der Oudegracht offenbarte einen sehr schönen Ausblick.

Gefüllt mit Eindrücken und ausgestattet mit gefestigten Freundschaften können die Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums auf eine äußerst beeindruckende Woche zurückblicken.
Dirk Wippert
