„Wenn Sie heute nochmal 15 wären, was würden Sie sich von der Politik wünschen?“, trägt Karin Dauscher vor und blickt einen Stuhl weiter. Dort sitzt Gordon Schnieder und muss nicht lange überlegen: „Ich will in einer sicheren Umgebung leben, in der ich mich wohlfühle!“ Noch einen Stuhl weiter sitzt Alexander Schweitzer: „Ich würde mich eindeutig für den Klimaschutz einsetzen, um meine Zukunft zu sichern!“ Beide Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz blicken selbstsicher ins Publikum und hier vor allem auf Fiona Dietz, die in der vierten Reihe Platz genommen hat. Die Zehntklässlerin vom Goethe-Gymnasium Germersheim strahlt.

Foto: Kai Mehn
Ihre Frage ist die einzige aus den Reihen der Zuschauerinnen und Zuschauer, die während der hundertminütigen Veranstaltung im Hambacher Schloss nur sechs Tage vor der Landtagswahl an die Politiker von CDU und SPD gerichtet wurde. Aber nicht nur die von der Landeshauptstadtkorrespondentin der Rheinpfalz vorgetragene Frage machte am 16. März 2026 die Unterschiede zwischen den bisherigen Oppositions- und Regierungsparteien deutlich, sondern viele weitere Themen, die nicht nur von Karin Dauscher, sondern auch von Chefredakteur Yannick Dillinger im von der Rheinpfalz veranstalteten Schlossgespräch an die beiden Politiker gerichtet wurden. Ob Grenzkontrollen, Heimat, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Einladung von Politikerinnen und Politikern der eigenen Partei nach Rheinland-Pfalz in Wahlkampfzeiten oder Beförderung und Beurlaubung von Beamtinnen und Beamten – Ministerpräsident Alexander Schweitzer und sein Herausforderer boten sich einen spannenderen Schlagabtausch als in der eine Woche zuvor gesendeten SWR-Wahlarena. Während Alexander Schweitzer in seinem Schlussstatement auch auf seine Erfahrung als Regierungschef setzte, hob Gordon Schnieder die Notwendigkeit einer Erneuerung hervor.
Die neun Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums, die durch die Rheinpfalz und ihre äußert kompetent agierende Landespolitikredakteurin bereits frühzeitig zur Veranstaltung in das die Wiege der deutschen Demokratie repräsentierende Schloss eingeladen wurden, fühlten sich in der Crunch Time des Wahlkampfs bestens informiert und konnten ihre Erkenntnisse in persönlichen Gesprächen nach der Veranstaltung mit den aktuellen und ehemaligen Spitzenkandidaten, mit Ministerinnen sowie regionalen Direktkandidierenden erweitern – ein unglaublich prägender Abend, für den sich das Goethe-Gymnasium ganz herzlich bei der Rheinpfalz und Karin Dauscher bedankt.
Dirk Wippert
