„Ich heiße Sophie Scholl. Und da fängt das Problem auch schon an!“, sagt Aliki Hirsch. Stille! Die 32-jährige Schauspielerin steht auf der Bühne des Speyerer Kinder- und Jugendtheaters und 92 Schülerinnen und Schüler schauen sie gebannt an. Der Name Sophie Scholl soll ein Problem darstellen?

Die Namensgleichheit mit der berühmten Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus bringt eine Jurastudentin in der heutigen Zeit ins Grübeln. Vor die Frage gestellt, ob sie von einem Betrugsversuch ihres Professors profitieren oder lieber das Schweigen brechen soll, entscheidet sich die angehende Akademikerin wahrheitsgetreu vor Gericht auszusagen und hierbei persönliche Nachteile hinzunehmen.
Auch die historische Sophie Scholl hätte schweigen können anstatt Flugblätter mit aufklärerischen Sätzen über Adolf Hitlers Diktatur zu verteilen. Schweigen hätte bedeuten können: 100 Jahre alt zu werden, privat und beruflich ein glückliches Leben zu führen, viele Erfahrungen zu sammeln. Der tatsächlich geleistete Widerstand führte dazu, entdeckt, verhört und zum Tod verurteilt zu werden, aber auch einen sehr wichtigen Beitrag zu leisten, dass Millionen von Menschen die Augen geöffnet wurden, wie das nationalsozialistische Deutschland wirklich zu beurteilen ist.
Die Parallelen werden den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen am Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium Germersheim nach dem einstündigen Ein-Frau-Stück „Name: Sophie Scholl“ sowie dem anschließenden Nachgespräch mit der herausragend spielenden Aliki Hirsch und Regisseur Matthias Folz noch lange in Erinnerung bleiben.
Aber nicht nur den 14- und 15-Jährigen wurden am 23. September 2026 ein spannender Exkursionstag geboten, sondern auch allen anderen Jahrgangsstufen am Goethe-Gymnasium: Die 5. Klassen erkundeten die Festung in Germersheim, während die 6. Klassen das Kloster Lorsch besuchten. Die 7. Klassen stärkten ihre Gemeinschaft beim Klettern, während die 8. Klassen zur Experimenta nach Heilbronn fuhren. Das Technoseum in Mannheim wurde von den 10. Klassen angesteuert, wohingegen die Jahrgangstufe 11 das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe aufsuchte. Ihre astronomischen Kenntnisse baute die Jahrgangsstufe 12 im Planetarium Mannheim aus.
Dirk Wippert
