You're simply the best
Better than all the rest
Better than anyone
Anyone I've ever met

Wer kennt sie nicht – die Zeilen aus Tina Turners an Verkäufen erfolgreichstem Lied? Doch dann die Überraschung: Plakate werden – für alle sichtbar – nach oben gehalten: „Du bischd die Beschd!“, ja „Äfach die Beschd“! Der auf Pfälzisch umgedichtete Klassiker wird von 21 Lehrkräften – stellvertretend für das gesamte Kollegium – voller Leidenschaft und Überzeugung auf der Aulabühne gesungen: Ja! Es ist wirklich wahr! Nach 28 Jahren am Goethe-Gymnasium wird Ulrike Pirron-Settelmeier in den Ruhestand verabschiedet.
Doch nicht nur dieser emotionale Song bewegte am 11. Juni 2026 die zahlreich erschienenen aktuellen und ehemaligen Lehrkräfte sowie Ehrengäste, die durch die stellvertretende Schulleiterin Eva Ehrgott begrüßt wurden.

In einer durch höchste Anerkennung gezeichneten Rede würdigten Schulleiter Martin Stein und seine Stellvertreterin die Arbeit von Ulrike Pirron-Settelmeier. Beide entschieden sich gegen eine Ehrung anhand biografischer Details, sondern stellten die vielen Situationen in den Vordergrund, die sie in den langen gemeinsamen Jahren mit der Sekretärin geteilt hatten. Hierbei habe es viele kleine Momente gegeben, in der sie während und nach der Arbeit gemeinsam erzählt und gelacht hätten. Ulrike Pirron-Settelmeiers Arbeit habe sich nicht nur im Sichtbaren ausgezahlt. Vielmehr habe sie kritisch mitgedacht und dabei Verantwortung übernommen. Das Verhältnis sei von großem Vertrauen geprägt gewesen. Ulrike Pirron-Settelmeier habe vier Schulleiterinnen und Schulleiter erlebt und hierbei vier Stile. Sie habe sich durch Erfahrung, Fleiß und Arbeitsethos ausgezeichnet, sei immer zuerst da gewesen und zuletzt gegangen. Durch ihre Verlässlichkeit sei sie im Alltag unsichtbar gewesen. Es habe nie ein Aufrechnen zum Eigennutz gegeben. Viele Abläufe habe Ulrike Pirron-Settelmeier eigenständig koordiniert, habe immer alle Namen parat und zu jedem Namen eine Geschichte mit hilfreichen Informationen gehabt. Auch hier habe sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Wissen gepflegt, das sie nie als Macht eingesetzt habe, sondern immer mit dem Wunsch zu unterstützen. Niemals sei sie mit dem Unterton „Das hätte man doch wissen müssen“ aufgetreten, sondern stets professionell. Termine seinen von ihr nie nur verwaltet, sondern immer durchdacht worden. Zudem habe sie ein Jahr länger gearbeitet und habe ihre Erfahrung an die erweiterte Schulleitung und an die drei neuen Sekretärinnen weitergegeben. Dadurch sei sie weit mehr als eine Mitarbeiterin im Sekretariat gewesen.

Die ehemalige Schulleiterin Ariane Ball erinnerte in ihrer Rede an die zwölf gemeinsamen Jahre mit Ulrike Pirron-Settelmeier und bedankte sich außerordentlich für die herausragende Zusammenarbeit. Besonders hob sie Ulrike Pirron-Settelmeiers Einstellung zur täglichen Arbeit, ihre Ruhe und Selbstverständlichkeit hervor. Sie habe eine positive Grundeinstellung und habe organisiert und vorausschauend gearbeitet. Ulrike Pirron-Settelmeier sei loyal, ehrlich und hilfsbereit. Zu den Schülerinnen und Schülern sei sie menschlich, sympathisch, besonnen und nachsichtig gewesen. Auch sei sie sehr stressresilient. Unter dem Strich gebe sie ihr volle 15 Punkte. Sie könne Ulrike Pirron-Settelmeier voll vertrauen und sie hätten eine gemeinsame Wellenlänge sowie einige persönliche Ähnlichkeiten entdeckt. Häufig hätten sie nur Blicke ausgetauscht und gewusst, was die jeweils andere meine. Damit sei Ulrike Pirron-Settelmeier „Chef du Bureau“.

Für die Kreisverwaltung bedankte sich Norbert Pirron für 49 Jahre Arbeit, die Ulrike Pirron-Settelmeier für den Kreis Germersheim geleistet habe. Sie habe vier Schulleiterinnen und Schulleitern den Rücken freigehalten. Stets habe sie fehlerfreie Bestellungen für das neue Schuljahr abgeliefert und sich schließlich beratend um die neuen Sekretärinnen gekümmert. Sie habe eine bewundernswerte Ruhe und Professionalität an den Tag gelegt, habe Zeitpläne angelegt, statistische Daten verwaltet und Handwerker koordiniert. Auf ihr Wort und ihre Arbeit sei absolut Verlass gewesen. Darüber hinaus habe sie das Wohl der Schülerinnen und Schüler im Blick gehabt und habe neben dem Telefonieren Pflaster geklebt und Tränen getrocknet. Dafür sprach der Schulträger einen riesigen Dank aus.

Für den Schulelternbeirat lobte Daniela Gschwind, Ulrike Pirron-Settelmeier sei immer die erste Anlaufstelle gewesen und habe stets eine Lösung parat gehabt. Für die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern sei sie der Fels in der Brandung gewesen. Ulrike Pirron-Settelmeier sei ein Organisationstalent und habe immer die Ruhe bewahrt. Sie habe eine unglaubliche Leidenschaft für ihren Beruf gezeigt und jede Person mit dem Namen gekannt. Für ihr Verständnis, ihre Zeit und Empathie dankte die Elternvertreterin ganz besonders. Außerdem habe Ulrike Pirron-Settelmeier den Schülerinnen und Schülern den Übergang in die weiterführende Schule enorm erleichtert.

Dr. Kerstin Bienroth, die Vorsitzende des Freundeskreis, dankte Ulrike Pirron-Settelmeier dafür, dass sie immer gewusst habe, wo es langgeht. Auch für den Freundeskreis habe sie sich um große und kleine Probleme gekümmert und sei demnach einmalig.
Schülersprecherin Elisa Ecker hob in ihrer Dankesrede hervor, dass Ulrike Pirron-Settelmeier viel mehr als eine Sekretärin gewesen sei. Mit ihrer freundlichen Art habe sie den Schulalltag besser gemacht.

Für den Personalrat bedankten sich Anne Bergfeld und Svenja Kamm. Ulrike Pirron-Settelmeiers Tür sein immer offen gewesen. Alle Kolleginnen und Kollegen habe sie warmherzig bei ihrem jeweiligen Start am GGG begrüßt. Immer habe sie helfende Hände beim Ausfüllen von jeglichen Formularen angeboten. Ihr Namenskürzel UPS stehe beispielsweise für „unglaublich perfekte Sekretärin“, für „ultimativ pragmatische Stütze“ oder für „unverzichtbare Person der Schule“. Der Beruf sei wie für sie gemacht gewesen. Nie habe es einen genervten Ton gegeben. Sie sei Mittelpunkt und Ruhepol der Schule gewesen.

Ulrike Pirron-Settelmeier erwähnte, dass sie von 1971 bis 1977 selbst Schülerin am GGG war. Danach habe sie zunächst im Büro des Landrats gearbeitet, bevor sie 1998 ans Goethe-Gymnasium gewechselt sei. Hierbei habe sie viele ihrer ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer wiedergetroffen. Besonders gefreut habe sie, dass sie zuletzt ihre Enkelin Charlotte noch zwei Jahre als Schülerin am GGG miterleben durfte. Einen besonderen Dank richtete sie an die ehemalige Schulleiterin Ariane Ball für die zwölf gemeinsamen Jahre und an ihren Mann für die sehr große Unterstützung. Auch bei der neuen Schulleitung um Martin Stein bedankte sie sich und wünschte ihr alles Gute, ebenso ihren Nachfolgerinnen als Sekretärin.

Im musikalischen Rahmenprogramm faszinierte der durch Musiklehrer Jürgen Weisser geleitete Orientierungsstufenchor mit „Teppich“ von den Echten Kerlen.

Das Percussion-Ensemble um Musiklehrer Stephan Uthardt überzeugte mit „Ghanaia“ von Matthias Schmitt, während der Chor der Lehrkräfte Ulrike Pirron-Settelmeier außer „Simply the best“ auch „Viva la vida“ von Coldplay widmete.

Die Fachschaft Kunst verabschiedete sich mit dem eigens kreierten Bild „Incantation infinita“. Angelehnt an „Harry Potter“ und eine unendliche Beschwörung ist hierauf Ulrike Pirron-Settelmeier mehrarmig an einem Schreibtisch zu sehen, wie sie alles in herausragender Weise managed. Darüber hinaus überreichte die Fachschaft eine Schale aus Holz, die Ulrike Pirron-Settelmeiers Hilfsbereitschaft, Wertschätzung und Liebe für die Kunst zeigen soll.

Mit Ulrike Pirron-Settelmeier verliert das Goethe-Gymnasium innerhalb eines halben Jahres ein zweites Mal eine herausragende Sekretärin. Bereits im Februar war Christine Betzer in den Ruhestand gewechselt, woran Schulleiter Martin Stein erinnerte.
Im Anschluss an die zweistündige Verabschiedung lud Ulrike Pirron-Settelmeier zusammen mit der ebenfalls verabschiedeten pädagogischen Fachkraft Anna Klein in bester Stimmung zu einem kleinen Umtrunk ein.

Bereits einige Stunden vor der Feier wurde Ulrike Pirron-Settelmeier von Martin Brandl offiziell verabschiedet. Der Landrat, einst Schüler am GGG, als Ulrike Pirron-Settelmeier ihre Tätigkeit an der Schule schon aufnahm, würdigte die Sekretärin in höchsten Tönen. Sie sei viel mehr als eine Bürokraft gewesen sei und nun nach 28 Jahren am Goethe-Gymnasium dürfe sie mehr als verdient in den Ruhestand gehen, auch wenn der Kreis das unglaubliche Engagement sehr vermissen werde.
Dirk Wippert
