„Was ist Bildung eigentlich?“, fragt Schulleiterin Ariane Ball. „Bildung ist Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen, nicht nur das Erlernen von Fakten, sondern die Entwicklung von Persönlichkeit, Kreativität und sozialer Kompetenz. Bildung zielt auf geistige, gestalterische und moralische Entwicklung ab und ist ein Prozess der Individualisierung, der Persönlichkeitsausbildung. Dafür stehen wir am Goethe-Gymnasium. Wir wollen Flügel verleihen, die für den Blick über den Tellerrand dienen sollen.“ Wichtig sei der Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen, um komplexe Texte verstehen zu können, um sich mit philosophischen Fragen beschäftigen zu können und letztlich selbst denken zu können. Bildung habe nichts mit dem Alter zu tun. Die Abiturientinnen und Abiturienten sollten nie die Lust verlieren Neues zu lernen, neugierig auf das Leben bleiben und die Freiheit im Denken und Handeln bewahren. Nur so könnten sie sich vor Manipulation und Einflussnahme wirksam verteidigen und die Demokratie vor deren Feinden schützen.
Diese wichtigen Überlegungen für den weiteren Lebensweg sowie Glückwünsche zum bestandenen Abitur konnte den Studienberechtigten am 28. März 2025 während der akademischen Abiturfeier nicht nur Ariane Ball mitgeben, sondern auch viele weitere Festrednerinnen und -redner, die die zahlreich erschienenen Eltern und Lehrkräfte in der Aula des Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasiums Germersheim in ihren Bann zogen.
Eva Ehrgott hieß in ihrer Begrüßungsrede den Ersten Beigeordnete des Landkreises Germersheim Christoph Buttweiler, den Bürgermeister der Stadt Germersheim Markus Schaile sowie die Vertreterinnen des Schulelternbeirats (Martina Götz), des Freundeskreises (Kerstin Bienroth), der Sparkasse Südpfalz (Bianca Bauchhenß) und des Lions-Clubs (Mischa Schmierer) herzlich willkommen. Die Orientierungsstufenleiterin hob hervor, dass 16 der 83 Abiturientinnen und Abiturienten eine 1 vor dem Komma erreichen konnten. Sie lobte die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Leistungen gezeigt und ihre Ziele erreicht zu haben, nun aber sei es Zeit Verantwortung zu übernehmen. Bezogen auf das Abiturthema, das sich an ABBAs „Mamma mia“ anlehnt, unterstrich sie, dass im Leben jedoch nicht immer „Money, Money, Money“, „Gimme! Gimme! Gimme!“ und „The winner takes it all!“ zähle, sondern sowohl eine Vielfalt an Engagement und Kreativität, durchaus aber auch ein Zurückdenken an das GGG nach dem Motto „Here we go again“. Für die reibungslose Durchführung des Abiturs bedankte die Englisch- und Französischlehrerin sich bei den Sekretärinnen, Hausmeistern, Stammkurs- und Kurslehrkräften und insbesondere bei den MSS-Leiterinnen Sabine Müller und Andrea Frick. Für die Zusammenarbeit richtete sie ganz besondere Dankesworte an die Eltern.
„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, zitierte der in Vertretung von Landrat Martin Brandl erschienene Christoph Buttweiler. Die vom Schulnamensgeber Johann Wolfgang Goethe stammenden Verse gab der Erste Beigeordnete des Landkreises Germersheim den Abiturientinnen und Abiturienten mit, nicht um auszudrücken, dass es in der Welt nicht viel Schönes zu entdecken gäbe, sondern dass auch Germersheim und Umgebung sehr lebenswert seien. Daraus ergebe sich ein „Here we go again“ und ein „Here we did it“, das die letzten neun Jahre widerspiegele, in der alle gelernt hätten zu lernen, manchmal auch kurz vor Klausuren, was im Beruf ebenfalls zuweilen der Fall sei, aber nicht zur Regel werden sollte. Den Eltern, der Schulleitung, dem Sekretariat und den Lehrkräften dankte er für das große Engagement für die Abiturientinnen und Abiturienten.
Die Vorsitzende des Schulelternbeirats Martina Götz riet den Abiturientinnen und Abiturienten sich vor Beeinflussungen durch Social Media zu schützen. Man müsse nicht jeden Trend mitmachen. Alle sollten neugierig bleiben und selbst denken, da es sonst andere für sie täten.
Dr. Kerstin Bienroth prophezeite, dass die Abiturientinnen und Abiturienten von ihrer Schule nicht loskämen. Hier hätten sie Selbstorganisation gelernt und drei Jahre Corona erlebt. Heartbreaking Moments sollten vergessen werden. Jetzt sollten Träume, Wünsche und Ziele umgesetzt werden, jedoch auch die Weisheit umzukehren oder anders abzubiegen, wenn einmal der falsche Weg eingeschlagen wurde. Die Vorsitzende des Freundeskreis des Goethe-Gymnasiums warb für die Mitgliedschaft im Freundeskreis, durch den auch wertvolle Einrichtungen wie der Ruheraum der Schule ausgestattet werden konnten.
Die Schülersprecherinnen Finia Wienert und Yllka Sinani (beide MSS 12) erörterten in einer sehr anspruchsvollen Rede den Stellenwert des gegenwärtigen Moments, das Erreichen der allgemeinen Hochschulreife. Finia Wienert unterstrich, jeder Augenblick lasse sich auf einem Zeitstrahl oder einer Zeitstrecke einordnen, wichtig sei jedoch, dass dieser einzigartig sei und das Leben nicht nur aus der Vergangenheit und der Zukunft bestehe. Sie rief dazu auf, den Moment zu genießen. Yllka Sinani zeigte sich mit Oscar Wildes „Die meisten Menschen existieren, das ist alles“ sehr philosophisch und rief dazu auf, einfach jetzt zu leben. Die Frage „Wo siehst du dich in zehn Jahren?“ lehnte sie ab.
Für den Abiturjahrgang ergriffen Gresa Bungu und Elinor Neb das Wort und freuten sich, dass nun Hausaufgaben, Leistungsnachweise und Unmotivierendes der Vergangenheit angehörten. Vermissen würden sie Stunden, in denen gelacht werden konnte, die Kursfahrten sowie das Entdecken von großartigen technischen Erfindungen während der Oberstufenzeit.
Den Dank der Abiturientinnen und Abiturienten an die Sekretärinnen, die Hausmeister, die Lehrkräfte, die Stammkursleitungen und die MSS-Leiterinnen überbrachten in Form von kleinen Geschenken Bothaina Al-Surabi und Van Binh Tran.
Die Übergabe der Abiturzeugnisse fand traditionell durch die Vorstellung der einzelnen Abiturientinnen und Abiturienten und mit der Untermalung eines individuell ausgesuchten Liedes statt. Am Ende standen die Stammkurse von Herrn Brecht, Herrn Drechsler, Herrn Henrichsmeier, Herrn Oberfrank und Herrn Wippert auf der Bühne und hielten ihr Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife in den Händen.
Stammkurs Brecht
Stammkurs Drechsler
Stammkurs Henrichsmeier
Stammkurs Oberfrank
Stammkurs Wippert
Aus Germersheim stammen hierbei Bilal Aboussaad, Batuhan Agca, Zahia Agraebel, Mehmet Akkocak, Bothaina Al-Surabi, Fabian Bauer, Gresa Bungu, Sila Cögür, Erza Dakaj, Anton Dauser, Yemliha Demirdögen, Maximilian Dietrich, Alissa Dörr, Florent Fetaj, Laura Götz, Lukas Hegel, Ole Jerg, Lara Kilinc, Antonia Knapp, Julia Malinowski, Michael Matveychuk, Nick Megel, Amely Neb, Elinor Neb, Til Neumer, Sinthu Paramanantham, Selsabila Rouaouna, Sumeya Rouaouna, Alexia Rudi, Nizamettin Sahinoglu, Nicolas Schimann, Julie Schwarz, Lucas Steiner, Wladislav Stukert, Yasmin Tawil, Van Binh Tran, Annika Wegmann, Amelie Wey, Elyse Wolf, Leonie Zickgraf und Elisabeth Zöhner.
Die Abiturientinnen und Abiturienten aus Bellheim heißen Annika Becker, Lea Dorzweiler, Noel Föllinger, Fabian Hammer, Elif Inan, Sebastian Klüh, Luan Lutscher, Amelie Vetter und Angelina Willer.
Aus Lingenfeld bekamen Bünyamin Arpaci, Halenur Cögür, Akalya Ruban, Janani Ruban, Hannah Schimpf und Rosalie Zinßmeister ihr Abiturzeugnis ausgehändigt, während aus Rülzheim Helen Etzkorn, Samuel Hochreiter, Ruth Kaufhold, Melissa Korel, Antonia Kuntz, Pauline Kuntz, Miriam Malthaner, Malaika Neumer, Leonard Schmierer, Suncica Vasic, Mara Völkel und Delijan Wolff auf die Bühne gebeten wurden.
Aus Schwegenheim erhielten Miriam Götz und Alexandra Morgel ihr Reifezeugnis,
aus Freisbach Maya Wendel,
aus Hagenbach Lukas Lerg,
aus Hördt Luzie Andrejić, Moritz Buttweiler, Jonas Frey, Josephine Grehl und Ciara Nauke,
aus Kuhardt Feline Hoffmann und Mika Stefani,
aus Leimersheim Jil Meffert,
aus Lustadt Anna Plett und Lynn Walther,
aus Zeiskam Emma Lechner.
Die Preise für die besten Notendurchschnitte erhielten Miriam Malthaner (1,0), Lukas Lerg (1,1), Fabian Bauer (1,2), Anna Plett (1,3), Ruth Kaufhold (1,4) und Sinthu Paramanantham (1,4).
Frau Ball übergab den Preis der Ministerin für Bildung für vorbildliche Haltung und vielfältiges Engagement in der Schule, insbesondere in der SV, an Fabian Bauer, dem zudem der Preis für herausragendes Engagement im Umwelt- und Klimaschutz der Goethe-Goes-Green-AG zuerkannt wurde. Den WiSo-Preis der Sparkasse Südpfalz für herausragende Leistungen in Sozialkunde erhielt Lukas Lerg.
In den naturwissenschaftlichen Fächern bekam Miriam Malthaner den Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung für herausragende Leistungen in Mathematik sowie den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für das beste Abitur in Physik einschließlich einer Urkunde für eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft. Weitere Preise für hervorragende Leistungen in Mathematik gingen an Fabian Bauer, Lukas Lerg, Janani Ruban, Yasmin Tawil und Feline Hoffmann, in Physik an Miriam Malthaner und Lukas Lerg, der zudem den Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für seine Leistungen in Chemie erhielt. Mit dem Pierre-de-Coubertin-Preis für hervorragende Leistungen im Fach Sport sowie soziales Engagement wurden Moritz Buttweiler und Luzie Andrejić geehrt.
Im sprachlich-gesellschaftswissenschaftlich-musischen Bereich wurde Nick Megel mit dem renommierten Scheffelpreis der Literarischen Gesellschaft für sehr gute Leistungen im Leistungsfach Deutsch und sehr gute literarische Kenntnisse geehrt. Den Preis des Vereins für deutsche Sprache für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch erhielt Luzie Andrejić. Zudem wurde Miriam Malthaner für durchweg hervorragende Leistungen in Deutsch geehrt. Sinthu Paramanantham wurde mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie für herausragende Leistungen im Fach Philosophie und Ethik ausgezeichnet. Zudem bekam Ole Jerg eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen im Grundkurs Ethik. Miriam Malthaner wurde mit dem Preis des Philologenverbands Rheinland-Pfalz für exzellente Leistungen und das beste schriftliche Abitur im Fach Geschichte geehrt. Ein weiterer Preis für sehr gute Leistungen im Leistungskurs Geschichte ging an Zahia Agraebel. Preise für hervorragende Leistungen im Fach Erdkunde erhielten Fabian Bauer und Ruth Kaufhold. Für durchgehend herausragende Leistungen in Französisch wurde Anna Plett ausgezeichnet, die zudem zusammen mit Moritz Buttweiler den Preis des Landesmusikrats für sehr gute Leistungen im Fach Musik und langjähriges vielfältiges Engagement im musikalischen Bereich erhielt. Für hervorragende Leistungen im Leistungskurs Englisch wurden Maya Wendel, Lukas Lerg, Akalya Ruban und Sinthu Paramanantham ausgezeichnet. Fabian Bauer erhielt einen Preis des Landeskirchenrats der Evangelischen Kirche der Pfalz für herausragende Leistungen in Religion sowie soziales Engagement. Preise für durchweg hervorragende Leistungen im Leistungskurs Bildende Kunst bekamen Gresa Bungu, Erza Dakaj und Amelie Vetter.
Im kulturellen Rahmenprogramm verzauberte das „ABBA-Quintett“ mit „Mamma mia“, wobei Ruth Kaufhold, Miriam Malthaner und Anna Plett mit Querflöten, Moritz Buttweiler mit der Trompete sowie Maximilian Dietrich mit dem Saxophon überzeugten. Zahia Agraebel bewies ihr großes Können mit „24 Préludes, Opus 28: No. 4 in E Minor Largo“ von Frédéric Chopin am Klavier.
Nach knapp zweieinhalb Stunden kann das Goethe-Gymnasium auf eine sehr gelungene Veranstaltung zurückblicken, die den Abiturientinnen und Abiturienten einen sehr schönen Abschluss ihrer Schulzeit ermöglichte.
Dirk Wippert