Ein Titan im Jogginganzug? – 7y besucht „Prometheus – Burning Down the House“ im Jungen Nationaltheater Mannheim

Unsere Klasse 7y besuchte am 15. Mai 2023 mit Frau Christmann und Herrn Strub die Inszenierung „Prometheus – Burning Down The House“ (Regie: Manuel Moser) im Jungen Nationaltheater Mannheim. Im Zentrum des Stückes stand das Dilemma von Prometheus: Der Titan muss sich entscheiden, ob ihm seine eigene seelische Freiheit oder seine Beziehung zum Göttervater Zeus wichtiger ist.

Prometheus ist ein Titan, der die Menschen erschaffen hat. Er hatte versucht, an alles zu denken – an eine Lunge zum Atmen sowie ein Herz als Blutpumpe. Auch hatte er vorhergesehen, dass sich die Menschen streiten werden, doch welches Ausmaß diese Auseinandersetzungen haben würden, konnte er nicht ahnen.

 

Als Prometheus den Göttervater Zeus mit einem Täuschungsversuch erzürnte, versagte dieser den Menschen das Feuer. Der Titan aber widersetzte sich ihm, stahl den Göttern das Feuer und brachte es seinen Geschöpfen. Zeus wurde daraufhin unendlich wütend und kettete Prometheus zur Strafe an einen Felsen im Kaukasusgebirge. So kam jeden Tag ein von Zeus entsandter Adler, um dem Gefangenen die Leber aus dem Leib zu picken, die immer wieder nachwuchs, sodass Prometheus täglich aufs Neue Höllenschmerzen erleiden musste. Irgendwann erließ Zeus ihm die Strafe. Doch auch psychische Qualen plagten Prometheus: Er hatte den Menschen das Feuer gegeben und diese trieben nur Unfug damit:

„Mord. Waldbrände. Ganze Städte glühten. Für euch war das brutal langweilig. Hab nicht gedacht, dass ihr damit Kriege führt. Euch gegenseitig zerstört. Immer mehr Feuer! Immer mehr Macht!“

So berichtet Prometheus im Stück von seinen Schuldgefühlen, führt Selbstgespräche zwischen Tränen und Gelächter, tanzt auf Zylindern wie ein hilfloser Kreisel und erklärt sich in der auf der Bühne inszenierten Talkshow „Das Geständnis“, für die er einen unserer Mitschüler als Moderator auswählte. Dieses Geständnis bringt ihm am Ende seine Freiheit zurück, denn die Verbindung zu Zeus, symbolisiert durch drei vom Bühnenhimmel herabhängende Metallketten, wird letztlich gekappt. Das Klirren der herabfallenden Ketten verdeutlichte, dass damit auch von Prometheus eine schwere Last abfällt. Insgesamt war das Bühnenbild sehr einfach gestaltet: Sieben schwarze Zylinder fungierten als Thron, als Kaukasusfelsen oder als Parcourselemente, an denen sich Prometheus austobte. Der Schauspieler Sebastian Reich turnte darauf herum und schwitzte im Licht der Scheinwerfer. Das war für die Zuschauer extrem anzusehen, passte jedoch sehr zur Hektik und Nervosität der Figur. Je nach Stimmungslage wurden passende Lichteffekte eingesetzt: Bei Zeus erschienen Blitze, bei den Parcourseinlagen ging das Licht schnell an und aus. Auch die Musik unterstützte diese Wirkung, es wurde Elektro, Dance und Pop eingespielt. Als Kostüm trug der Schauspieler keine Robe, wie man sie sich für einen Gott oder Titanen vorstellt, sondern Jogginghose und -jacke in Gold. Die Inszenierung war sehr modern gestaltet und deshalb ansprechend für Jugendliche. Außerdem wurden ernste Stellen immer wieder aufgelockert durch Witze oder lustige Darstellungen, so dass wir nicht nur vieles über den Mythos des Titanen gelernt, sondern auch viel gelacht haben. Nach der Vorstellung durften wir uns noch mit dem Schauspieler, dem Choreografen und der Mitarbeiterin für die Öffentlichkeitsarbeit unterhalten. Besonders überrascht war ich, als ich merkte, dass der Schauspieler Sebastian einen ganz anderen Charakter hat als die Figur, die er im Stück verkörperte. Er spielte den Prometheus äußerst nervös und verzweifelt, war im Gespräch mit uns aber ganz entspannt. Unsere Klasse war sehr beeindruckt von dieser Inszenierung. Mein persönliches Highlight war der Moment, als mit einem Mal die fesselnden Ketten vom Götterhimmel auf den Boden rasselten und Prometheus endlich frei war. Da war es dann im ganzen Saal still. Totenstill. Aber überzeugt euch selbst!

Johannes Elger, 7y

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